CHRISTOPH MAYER
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Auf dem 20. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 hält Parteichef Chruschtschow eine Geheimrede, in der er sich von einigen Aspekten der Stalinzeit distanziert.

Zur selben Zeit gerät ein aus Massenproduktion stammender Schrank in den Besitz des Großvaters von Christoph Mayer. Es klingen die Namen der großen Städte wie Märchenorte aus 1001 Nacht: Taschkent, Samarkand, Buchara. (Die Leber produziert Galle.)

"Kasten-uzbek" 2003, 180x170x55cm, Bildfräsung in Holzkasten

 

Nach der Rückkehr aus Usbekistan wurde der Schrank vom Künstler zerlegt. Die Eingeweide, samt Seele der usbekischen Steppenmaler, wurden ornamentiert und auf Leinwand gebannt.

Aus stählernen Gerüsten der Stalinzeit, der gläsernen Front der Moderne und der Ornamentik der zentralasiatischen Märchenarchitektur wurde der Schrank neu gefertigt.

Der Stempel, der sich dem Reisenden aufgedrückt hat, wird zum „begehbaren“ Schrank und dieser wiederum zum Prägewerkzeug für die Leinwand. Ein Oszillieren von Bild und Objekt vor zentralasiatischer Projektionsfläche.

Raymond Miles